Frauen demonstrieren für das Recht zur Abtreibung

Jede Frau sollte das Recht zur Abtreibung haben. Unabhängig sollte sie ihre Entscheidung treffen können und kostenlos die Behandlung sein. Das forderten gestern tausende Demonstrantinnen in Barcelona – zum internationalen Tag der freien Abtreibung. Auch in anderen Großstädten Spaniens gingen viele Frauen zum Protest auf die Straße. Denn die spanische Regierung plant, das Recht zur Abtreibung einzugrenzen.

Eigentlich könnten die spanischen Frauen zufrieden sein. Ihr Land besitzt eines der liberalsten Abtreibungsgesetze der Welt. 2009 brachte die damalige sozialistische Regierungspartei PSOE das Gesetz auf den Weg, ein Jahr später trat es in Kraft. Es besagt, dass jede Frau ab 16 Jahren frei über eine Abtreibung bis zur 14. Schwangerschaftswoche entscheiden darf. Die Behandlung ist kostenlos. Ein Erfolg für die Frauenbewegungen des Landes.

Doch mit dem Regierungswechsel gab es auch einen Wechsel in der Abtreibungspolitik. Der Justizminister der konservativen Partei PP, Alberto Ruiz-Gallardón, plant bereits ein neues Gesetz. Demnach sollen Abtreibungen generell und komplett verboten werden. Nur wenn psychische Schäden der Frau abzusehen sind, dürfte dann noch abgetrieben werden. Der Minister ist für seine streng konservative Einstellung bekannt, er setzt sich auch gegen die Homosexuellen-Ehe ein.

Die Demonstrantinnen in Barcelona hatten also einen Hauptadressaten für ihre Parolen. Doch auch generell und für Frauen anderer Länder forderten sie ein freies Recht zur Abtreibung. Ganz vereinzelt gingen im Protestmarsch auch Männer mit. Das sei sehr schade, sagte einer der Demonstranten, denn „Abtreibung geht nicht nur die Frauen etwas an.“