Billig gegen die Krise

Je billiger, desto besser schmecken die Tapas. Zumindest im Moment. Die Gastronomie Barcelonas spürt die Auswirkungen der Krise direkt. Ihre Gäste überlegen es sich nun zweimal, ob sie in ein Restaurant zum Essen gehen, und vor allem, in welches. Oferta! Angebot! Heißt es daher nun an allen Ecken und Enden. Geld sparen, indem man Geld ausgibt. So locken viele Bars nun ihre Gäste an.

Diese Woche hat ein besonderes Sparprogramm begonnen: „Cómete el IVA“. Ganz ohne Steuern zu bezahlen kann man in zwanzig edlen Restaurants Barcelonas speisen. So erhofft sich der Zusammenschluss der Restaurantbetreiber, trotz Krise Kunden anzulocken. Einzige Bedingung: Man muss vorher einen Tisch reservieren.

Auch viele Ladenbetreiber wenden diesen Trick an. Sie ersparen ihren Kunden die Mehrwertsteuer, müssen sie aber selbst zahlen. „Immerhin kommen so mehr Käufer in meinen Laden“, sagt der Besitzer eines kleinen Textilhandels. Er könne nur mit der Hoffnung auf das Weihnachtsgeschäft weiter existieren. 24,7 Prozent der Unternehmer Barcelonas haben darauf verzichtet, die letzte Steuererhöhung auf den Preis ihrer Produkte aufzuschlagen, wie der aktuelle Bericht der Fundación Barcelona Comercio zeigt.