In jedem Sinne unentschieden

Nicht verloren, nicht gewonnen. Nicht Messi, nicht Ronaldo. Nicht Katalonien, nicht Spanien. Verschiedene Onlineportale feiern diesen Clásico schon als den „besten aller Zeiten“, denn er hatte wirklich alles, was ein gutes Spiel braucht. Nur keinen Gewinner. Und vielleicht macht ihn genau das so gut.

Die Stimmung in Barcelona war noch aufgeladener, als vor anderen Clásicos. Dieser versprach, etwas Besonderes zu werden. Es ging auch um die politisch angehauchte Frage: Katalonien oder Spanien? Viele Fans nahmen ihre Fahne der Unabhängigkeit mit in die Bars, hissten sie auf dem Balkon neben der FC Barcelona-Fahne. Wie angekündigt, entstand im Stadion Camp Nou vor Spielbeginn ein riesiges Mosaik, das die Katalonien-Flagge darstellte, begleitet von Rufen zur Independencia, Unabhängigkeit.

Nach dem Spiel war von diesen Emotionen weniger zu spüren. Man hatte Real Madrid nicht besiegt. Die Unabhängigkeit ist noch nicht erlangt. Zurück auf den Boden der Tatsachen. Messi und Ronaldo trafen je zwei Mal, beide lieferten ein grandioses Spiel. Unzufriedenheit auf den Straßen Barcelona, auf denen sonst nach einem Clásico laut gefeiert wird. An diesem besonderen, angepriesenen, herausragenden politischen Fußballabend steht am Ende ein ganz einfaches 2:2.