Generalstreik der Studenten

Leere statt Lehre. Der Campus der Universitat Autònoma de Barcelona (UAB) ist heute vormittag wie ausgestorben. Vaga 11-O, der Streik am 11. Oktober, war schon lange angekündigt. Die Studenten Barcelonas protestieren in ihrem Generalstreik gegen die Erhöhung der Studiengebühren und Kürzungen des Bildungsetats.

Auf dem Plaça Universitaria in der Innenstadt Barcelonas tummeln sich dagegen so viele Studenten wie sonst nie. Hier, vor der Universitat de Barcelona (UB) findet seit 12 Uhr die zentrale Demonstration der Studenten statt. Im Gegensatz zum letzten Streik der Studenten im Mai 2011, ist die Stimmung heute jedoch friedlich. Bis auf eine Straßensperre auf der Umgehungsstraße Barcelonas gab es bisher keine weiteren Ausschreitungen. Die Polizei war gut vorbereitet – beim letzten Streik kam es zur Blockierung von mehreren Straßen und Autobahnen durch protestierende Studenten.

Hauptthema der Rufe und Plakate ist die Erhöhung der Studiengebühren. Innerhalb eines Jahres wurden diese in Spanien um fast 60 Prozent erhöht. Ein Studienjahr kostet nun im Schnitt 2.000 Euro, je nach Studiengang kann der Preis auch viel höher liegen. Für ein einjähriges Masterprogramm zahlen die Studenten zwischen 2.500 und 10.000 Euro. Und das, obwohl der Service der Universitäten immer schlechter wird. Die Regierung hat die finanzielle Unterstützung zurückgeschraubt, und so mussten viele Stellen, vor allem in der Administration, abgebaut werden. Für Neuanschaffungen von Lehrmaterial oder Technik bleibt nichts übrig. Viele Studenten beklagen sich: „Meine Eltern mussten einen Kredit aufnehmen, um mir mein Studium zu finanzieren.“ Oder: „Mein Master hast letztes Jahr noch 1.000 Euro weniger gekostet.“

Die meisten Professoren beteiligen sich dieses Mal jedoch nicht an dem Streik, sondern setzen ihren Unterricht fort. Vor allem am Nachmittag hat sich deshalb die Lage auch an der UAB wieder normalisiert.