Nackt über die Rambla?

„In Barcelona darf man nackt durch die Straßen gehen! Man muss nur Socken anhaben!“ Nackt in Barcelona. Ein Mythos, der sich vor allem bei Touristen immer noch hält. Und tatsächlich: Bis vor einem Jahr war Nacktheit in Barcelona erlaubt.

Einzige Bedingung: Ein Kleidungsstück musste man anhaben, dann galt man nämlich offiziell nicht als „nackt“. So machten sich besonders Touristen immer wieder einen Spaß daraus und schlenderten nackt über die Rambla oder andere öffentliche Plätze. Tausende Videos auf Youtube liefern Beweise. Die Polizei konnte nichts dagegen unternehmen, solange zumindest ein Kleidungsstück den nackten Körper zierte, zum Beispiel Socken oder Flip-Flops.

Seit 29. Mai 2011 haben die Polizisten nun aber eine rechtliche Grundlage, um gegen die Nacktheit anzukämpfen. Die Regierung hat ein Gesetz verabschiedet, in dem explizit festgelegt ist, wann und wo man sich nackt aufhalten darf: Nur am Nacktbadestrand Playa nudista de la Duna in Mar Bella oder bei angekündigten Nackt-Demonstrationen. An den anderen Stränden, sowie auf dem Paseo Marítimo und direkt angrenzenden Straßen muss man mindestens „eine Badehose oder ein ähnliches Kleidungsstück“ anhaben. Und in den restlichen Straßen Barcelonas ist selbst das inzwischen verboten.

Komplett nackt über die Rambla Barcelonas zu laufen, kostet heute zwischen 300 und 500 Euro, halbnackt (also ohne T-Shirt) muss man mit einer Strafe zwischen 120 und 300 Euro rechnen. Allerdings nur, wenn man sich nach der Aufforderung durch die Polizei weigert, etwas anzuziehen.