„Españolizar a los alumnos“

„Españolizar a los alumnos“

Keine Äußerung sorgt derzeit für mehr Aufregung in Barcelona und Katalonien als diese. Ausgesprochen hat sie der spanische Kultusminister José Ignacio Wert vor fast einer Woche. Wörtlich übersetzt: „Die Schüler zu espanolisieren“. Er meinte damit zwar eigentlich, dass die sprachliche Chancengleichheit gegeben sein müsse und Eltern ihre Kinder nach Wunsch auf Hochspanisch erziehen lassen dürfen. Die katalanische Regierung interpretierte jedoch sofort Franquismus in die Wörter.

Ein willkommenes Wahlgeschenk für die Unabhängigkeitsbewegung. Kataloniens Ministerpräsident Artur Mas lässt derzeit keine Gelegenheit aus, Wert zu zitieren und darauf hinzuweisen, dass die spanische Regierung Katalonien unterdrücken wolle und nun auch noch die Sprache verbiete. Katalanisch ist nicht nur ein Dialekt des Spanischen, sondern als eigene Sprache anerkannt und neben Hochspanisch Schulsprache in der autonomen Gemeinschaft.

Am Nationalfeiertag hat auch der spanische König auf die Äußerung reagiert und die Regierung darauf hingewiesen, dass man zur Zeit seine Worte vorsichtiger wählen müsse. Sollte die separatistische Partei CiU mit Artur Mas als Spitzenkandidat im November die katalanischen Wahlen gewinnen, wird diese alles daran setzen, ein Referendum zur Unabhängigkeit durchzuführen. Mas betonte bereits mehrfach, dass er auch ohne gesetzliche Grundlage einen Weg für das Referendum finden werde. Die spanische Regierung, sowie der König halten derweil an der Einheit Spaniens fest.