Jetzt auch noch die Apotheken

Mindestens einmal die Woche ein Streik von Bus oder Metro, Studenten oder Ärzten. Und jetzt streiken auch noch die Apotheker Barcelonas. Sie kämpfen nicht nur um höhere Löhne, sondern um ihre Existenz.

In ganz Katalonien bleiben die Apotheken heute geschlossen, nur in einigen Ausnahmefällen gibt es einen Notfallservice. Grund: 99 Millionen Euro, die der Staat den Apotheken versprochen, bisher aber nicht ausgezahlt hat. Eigentlich sollte das Geld aus dem Fonds für die autonome Gemeinschaft schon am 5. Oktober ankommen, aber die Zahlung verschob sich immer wieder. Nun sehen die Apotheker keine andere Möglichkeit mehr, als den Streik. Denn sie können die Rechnungen der Pharmazie-Unternehmen nicht mehr bezahlen.

Im letzten Jahr hat sich die Anzahl der Beschäftigten in katalonischen Apotheken um zehn Prozent verringert. Allein in der Provinz Barcelona mussten schon zehn Apotheken schließen, viele kämpfen mit ihrer Existenz. Das Geld aus dem Fond helfe, offene Rechnungen zu begleichen, allerdings sei es noch immer nicht genug, sagte gestern Jordi de Dalmases, Vorsitzender des Col·legi Farmacèutic de Catalunya. Und jetzt verzögert sich auch noch die Auszahlung.

Außerdem müssen die katalonischen Apotheken seit diesem Sommer eine neue Steuer zahlen: 1 Euro pro Ausgabe eines Medikaments auf Rezept. Die Betreiber befürchten, unter der finanziellen Last zusammenzubrechen.