Wahlwerbespot verboten

„Ich habe die olympischen Spiele miterlebt.“ „Ich kam in den 60ern zum Arbeiten nach Katalonien und bin geblieben.“ „Ich war bei der letzten Diada dabei.“ Trommelwirbel, Schwarzblende, Bilder der Demonstration am Dia de la Diada, dem Nationalfeiertag Kataloniens. So wollte das Parlament Kataloniens in einem Spot für die Wahl am 25. November werben. Nun hat das Wahlkomitee den Spot verboten.

Eigentlich sollte der 271.000 Euro teure Spot nur für die Wahlbeteiligung werben. Keine Partei, sondern das katalanische Parlament als Institution hatte ihn herausgegeben. Allerdings entschied das Wahlkomitee nun, den Spot zurückzuziehen, weil er das Wählerverhalten in eine bestimmte politische Richtung beeinflussen könnte. Grund: Im Hintergrund sind Bilder der großen Demonstration des Dia de la Diada zu sehen, die sich zum Symbol der Unabhängigkeit entwickelt hat. Allerdings unterstützen nicht alle Parteien die Unabhängigkeitsbewegung, sie ist das Hauptthema im Wahlkampf.

Im  Internet kursiert bereits ein „Kontra-Spot“, der sich über den ursprünglichen lustig macht. Darin heißt es dann zum Beispiel „Ich habe miterlebt, wie die Studiengebühren von der Regierung Kataloniens erhöht wurden“. Das Video kommt von einer Gegenbewegung zur aktuellen nationalistischen Regierungspartei CiU. Die Gruppe nennt sich „Catalonia is not CiU“ und hat eine Kampagne gestartet, in der sie einen Regierungswechsel fordert. Deren Überzeugung: Nur weil CiU nun die Unabhängigkeitsbewegung unterstütze, dürfe man nicht vergessen, wie sie in den letzten Jahren regiert hat.