„Eco, eco, eco, viva San Xibeco“

Es waren einmal vier Jugendliche aus Barcelonas Stadtviertel La Prosperitat. Sie liebten ihr Viertel, Musik und Bier. Eines Tages fiel ihnen auf, dass La Prosperitat keinen eigenen Heiligen hatte. Das machte die vier Jugendlichen sehr traurig und so tranken sie etwas Xibeca-Bier. Tatsächlich besserte sich ihre Laune bald wieder und sie dankten dem Bier dafür. Sie waren sogar so dankbar, dass sie beschlossen, Xibeca nun jedes Jahr einmal zu danken. Mit dem Ruf „Eco, eco, eco, viva San Xibeco“ wollten sie ihre Dankbarkeit ausdrücken.

Sodann zogen sie jedes Jahr an einem Novembertag durch die Straßen von La Prosperitat und feierten ihren „San Xibeco“. Sie kehrten in viele Bars ein und tranken viel Bier. La Prosperitat ist ein kleines Viertel, wo sich alle kennen. Es dauerte also nicht lange, bis andere Jugendliche auf die vier aufmerksam wurden. Sie freuten sich, dass La Prosperitat mit San Xibeco nun einen eigenen Heiligen gefunden hatte und schlossen sich der Gruppe an. Und die gaben San Xibeco eine Gestalt, indem sie einen großen Mönch aus Pappmaschee mit einer Xibeca-Bierflasche in der Hand bastelten.

Jahr für Jahr wurde die Gruppe der Jugendlichen größer. Immer mehr Freunde kamen im November, um San Xibeco zu feiern. Sie brachten ihm Blumen mit, spielten Musik für ihn und trugen ihn auf einem Altar durch die Straßen. Bei jeder Bar machten sie Halt und tranken ein Bier. Diese Prozession nannten sie „Pasabares“. Und sie bedruckten sich T-Shirts, bestickten Halstücher, verteilten Heiligenbildchen.

Zum Leid der Jugendlichen fanden nicht alle Bewohner der Stadt den „Pasabares“ so gut wie sie. Der Stadtrat weigerte sich, Straßen für das Fest zu sperren und die Kirche sah in San Xibeco sogar den Teufel. Doch mit gutem Willen, viel Überredungskraft und Bier schafften es die vier Jugendlichen, die sich nun „Organisatoren“ nannten, jedes Jahr, eine Genehmigung für ihr Stadtfest zu bekommen.

2012 wurde San Xibeco bereits elf Jahre alt. Über 500 Jugendliche, aber auch Erwachsene, Kinder und Alte ziehen inzwischen mit ihm durch die Straßen. Der „Pasabares“ dauert nun nicht mehr nur einen Abend, sondern einen ganzen Tag. Um 12 Uhr mittags kommt San Xibeco mit Hilfe eines Seiles von einem Hochhaus auf den vorbereiteten Altar herab und dann gehen alle gemeinsam durch La Prosperitat. Damit auch jeder Anwesende sein Bier bekommt, kann man an einer Bar kleine Zettelchen als Gutscheine kaufen. Vier Stück für 5 Euro. An vielen Ständen entlang der Strecke können die Freunde San Xibecos die Gutscheine dann einlösen.

Und wenn sie nicht gestorben sind dann feiern sie den Heiligen ihres Stadtteils auch nächstes Jahr wieder bis tief in die Nacht mit dem Ruf „Eco, eco, eco, viva San Xibeco“.