Das Geheimnis um die Heiligen Drei Könige

Rey Melchor - König MelchiorNiemand ist so beliebt wie Kaspar, Melchior und Balthasar. Und niemand ist so geheimnisoll. Jeder kennt sie. Aber wer kennt sie wirklich? Die Heiligen Drei Könige bringen in Spanien am 6. Januar die Geschenke, sie kommen mit dem Schiff aus dem Morgenland und haben alles dabei, was sich die Kinder wünschen. Sie nehmen Wunschzettel entgegen und wissen genau, ob die Kleinen brav waren. Klar, das ist die offizielle Version. Aber wer steckt dahinter?

Rey Caspar - König KasparLiebe Kinder, wenn ihr größer seid, dann werdet ihr verstehen, dass es sehr schwer für drei alte Männer ist, an einem Abend die Kinder in ganz Spanien, ja auf der ganzen Welt zu beschenken. Deshalb schicken die Heiligen Drei Könige ihre Vertreter in die Städte. Die kommen dann zum Beispiel mit einem alten Segelschiff in Barcelona an, steigen auf ihre Thronwägen und ziehen mit ihrem Hofstaat, Tänzern und Musik durch die Straßen Barcelonas. Zehntausende Zuschauer jubeln ihnen zu.

Rey Baltazar - König BalthasarUnd die Stadt Barcelona darf mitentscheiden, wer genau diese Vertreter sind. Genauer gesagt das Kultusministerium der Stadt. Die wissen also, wer sich mit langen Bärten und glitzernden Mänteln schmückt, um die Heiligen Drei Könige (Reyes Magos) würdig zu repräsentieren. Aber sie verraten es nicht. Nicht mal an Erwachsene, auch nicht an Kollegen und schon gar nicht an Journalisten. Die Standardantwort lautet: „Todo es mágico“, alles ist magisch.

Es handelt sich hier also um eines der bestgehüteten Geheimnisse der Stadt. Aber vielleicht ist euch beim genauen Hinsehen aufgefallen, dass König Balthasar, der Dunkelhäutige, schon seit vielen Jahren immer der gleiche ist und die anderen beiden Vertreter jährlich wechseln. Außerdem hatte König Melchior dieses Jahr starke Ähnlichkeit mit einem Mitarbeiter des Rathauses und König Kaspar erinnerte doch stark an ein Vorstandsmitglied einer Gewerkschaft… und 2012 schien es fast so, als ob einer der Könige ein Tänzer war… aber das sind alles nur starke Vermutungen. Und das ist auch gut so.