Märchenhaft: Blancanieves gewinnt 10 Goyas

Schneewittchen als Stierkämpferin in einem Stummfilm. Schwarz-weiß, Sevilla, Zwanziger Jahre. Die Neuinterpretation des Märchens der Gebrüder Grimm räumte beim wichtigsten Filmpreis Spaniens, dem Goya, kräftig ab. Zehn Goyas für „Blancanieves“ – bester Film, beste Hauptdarstellerin (Maribel Verdú, Stiefmutter Schneewittchens), bestes Original-Drehbuch, beste Musik, bester Song, beste Nachwuchsdarstellerin (Macarena García, Schneewittchen), bestes Szenenbild, beste Fotografie, bestes Kostüm und beste Maske.

Seit September 2012 läuft der Stummfilm von Pablo Berger in den spanischen Kinos. Er inszeniert Schneewittchen als Stierkämpferin, die mit der Hilfe von (nur) sechs kleinwüchsigen Männern auf der Flucht vor ihrer Stiefmutter ist. Als bester Regisseur wurde allerdings Juan Antonio Bayona für seine Leistung im Film „Lo imposible“ ausgezeichnet. Überhaupt war die Preisverleihung ein enger Kampf zwischen diesen beiden Filmen – „Lo imposible“ gewann am Ende fünf Goyas.

Auch in Barcelona wurden einige Szenen aus „Blancanieves“ gedreht. Eine Villa in der Calle Muntaner, die einst dem Millionär Julio Muñoz Ramonet gehörte und nun Eigentum der Stadt ist, diente als Kulisse für das Haus der bösen Stiefmutter. Einen Tag lang wurde im Erdgeschoss und Garten der Villa gefilmt.

Ein kleiner Fauxpas durfte auf der Preisverleihung der Goyas am 17. Februar 2013 natürlich auch nicht fehlen: Die Schauspieler Adriana Ugarte und Carlos Santos verkündeten in der Kategorie des besten Songs „aus Versehen“ den falschen Gewinner. So stellten sie es jedenfalls im Nachhinein dar. Als die vermeintlichen Gewinner des Films „Los niños salvajes“ auf halbem Weg auf die Bühne waren, fiel Ugarte und Santos plötzlich auf, dass im Umschlag eigentlich „Blancanieves“ mit dem Song „No te puedo encontrar“ vermerkt war.