It’s Strand-Time

Traktor gräbt Strand um. Foto: Ajuntament BCNWie ein Acker sieht der Stadtstrand Barcelonas zur Zeit aus. Traktoren pflügen den Sand um, graben sich bis zu einen halben Meter tief in den Boden. So kann er im Sonnenschein besser trocknen, wird weich und luftig für die Saat. Die Samen sind Millionen Touristen, die hier dieses Jahr wieder den Urlaub verbringen werden. Durch sie erntet Barcelona Millionengewinne, Umsatzsteigerungen und neue Jobs. Alles will gut vorbereitet sein, bevor der große Ansturm kommt. Die Stadt putzt sich heraus.

Mandelblüten, Vogelgezwitscher, Sonnenschein. Der Frühling ist in Barcelona angekommen – pünktlich zum Start der Osterferien. Gleichzeitig bedeutet das für die Stadt: Start der Tourismus-Saison. Die Hotels sind für die Semana Santa größtenteils seit Wochen ausgebucht, Strandbars ziehen die Rollläden hoch, Restaurants packen die fremdsprachigen Menükarten aus. Überall wird gereinigt und poliert. Die Stadt soll glänzen.

Bei fast 8 Millionen Touristen jährlich lohnt sich der Aufwand. Im Sommer soll die Zahl der Arbeitslosen endlich wieder sinken, weil Hotels, Shoppingcenter und Restaurants mehr Mitarbeiter brauchen. Manche Bürger verdienen sich auch durch das (illegale) Vermieten von Zimmern oder Apartments etwas dazu. Die Eintrittspreise für einige Sehenswürdigkeiten und Museen sind gestiegen, außerdem gibt es in dieser Saison erstmals eine Touristen-Steuer. Die Stadtkasse wird klingeln.

Der Saison-Start mit der Semana Santa (25. bis 31.3.2013) tut Barcelona gut. In einer Zeit der Rezession gibt sie den Bürgern das Gefühl von etwas Aufschwung, neuer Möglichkeiten und Stolz. Die Touristen profitieren davon: Sie werden nächste Woche die wohl saubersten Strandtoiletten, die meisten Mülleimer und bestgelauntesten Kellner des Jahres erleben. It’s Strand-Time.