Apokalyptisches Barcelona

Stille über Barcelona. Menschenleere Straßen, verlassene Autos, vertrocknetes Laub. Am Horizont steigt schwarzer Rauch unter grauem Himmel auf.

Weltuntergangsstimmung am Arc de Triomf in Barcelona. Foto: Los últimos Días

Weltuntergangsstimmung am Arc de Triomf in Barcelona. Foto: Los últimos días

Der neue Kinofilm „Los últimos días“, auf Deutsch „Die letzten Tage“, zeichnet ein düsteres Bild der katalanischen Hauptstadt. 2013 wird die Menschheit von einer Art Agoraphobie befallen, einer umgedrehten Platzangst. Die Menschen können sich nur noch in geschlossenen Gebäuden aufhalten, wer nach draußen tritt, stirbt einen plötzlichen und grausamen Tod.

Informatiker Marc (Quim Gutiérrez) ist mit seinen Kollegen in einem Bürogebäude gefangen. Zusammen mit seinem Chef (José Coronado) begibt er sich von dort aus in Barcelonas Unterwelt, ein Labyrinth aus Metro-Tunneln und Abwasserkanälen. Eine spannende Suche nach Marcs schwangerer Freundin beginnt.

Marc (Quim Gutiérrez) und Enrique (José Coronado) im Tunnel der Metro Barcelonas. Foto: Los últimos días

Marc (Quim Gutiérrez) und Enrique (José Coronado) im Tunnel der Metro Barcelonas. Foto: Los últimos días

Bis zum Ende des Films bleibt offen, warum diese Phobie unter der Menschheit ausgebrochen ist. Die Autorenbrüder Àlex und David Pastor legen mehr Wert auf Emotionen und Spannungsmomente, als lange Erklärungen. Besonders imposant sind auch die Kamerafahrten durch das apokalyptische Barcelona. Überall wuchern Pflanzen, wilde Tiere laufen über große Straßen wie die Via Laietana. Die Montagen sehen sehr realistisch aus, auch wenn aufmerksame Bewohner Barcelonas den ein oder anderen Fehler erkennen werden – zum Beispiel eine Straße durch den Arc de Triomf , die in Wirklichkeit nicht existiert.

Insgesamt aber ein spannender und unterhaltsamer Film, vor allem, wenn man die Stadt Barcelona kennt. So hat man sie bestimmt noch nie gesehen!