Wie viele denn noch?

Du wirst dein verdammtes Leben lang keinen Job finden!

Du wirst dein verdammtes Leben lang keinen Job finden!

Schon wieder ein Rekord. 27,16% der Spanier sind arbeitslos, die Zahl steigt immer weiter. Dabei hatte Ministerpräsident Rajoy doch vor Kurzem noch gesagt, dass die Arbeitslosigkeit logischerweise nicht mehr so viel weiter steigen könne. Klar, irgendwann sind einfach alle entlassen, die man entlassen kann. Aber noch ist es nicht soweit. In den ersten drei Monaten des Jahres wurden spanienweit 322.300 Stellen abgebaut. 6,2 Millionen Menschen haben aktuell keinen Job.

Ein anderer Rekord verstärkt den Trend noch: 85.000 Bürger der aktiven spanischen Bevölkerung haben 2013 bereits das Land verlassen, erstmals seit Jahrzehnten sinkt die Anzahl der Bevölkerung. Sie wandern aus oder gehen in ihr Heimatland zurück, weil sie arbeitslos sind oder Angst haben, arbeitslos zu werden.

Und noch ein trauriger Spitzenwert. 57,22% der Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren sind arbeitslos. Die sogenannte „Generation Ni-Ni“, die weder arbeitet noch studiert. In Großstädten wie Barcelona sind die Zahlen nicht ganz so gravierend. Auch Katalonien steht im Vergleich noch etwas besser da. „Nur“ 24,53% der Katalanen sind arbeitslos. Allerdings steigen auch hier stets die Zahlen. Genauso wie die Zahl der Demonstrationen, im Übrigen. Heute beteiligten sich wieder über 10.000 Menschen an einer Demo in Barcelona, viele fordern den Rücktritt Rajoys. Der musste bereits zugeben, dass er sein Wahlversprechen, die Arbeitslosigkeit zu senken, in dieser Legislaturperiode nicht einhalten kann.

Wo soll das alles noch hinführen? Wie viele müssen noch arbeitslos werden, bis sich die Lage wieder verbessert? Hunderte stehen täglich beim Arbeitsamt Schlange, 500 Bewerbungen auf eine einfache Stelle als Kassiererin sind keine Seltenheit. Abwanderung ist die logische Konsequenz, mehr Mobilität und flexible Löhne würden der Europäischen Währungsunion in der Theorie auch gut tun. Der Aufschwung kommt dann schon, irgendwann. Aber viele Spanier wollen einfach nicht wegziehen, sprechen keine Fremdsprachen oder müssen sich vielleicht um ein krankes Familienmitglied kümmern. Sie ziehen lieber wieder bei Mami ein und versuchen, ihre Immobilie zu verkaufen. Abwarten. Resignation in der Rezession. Es ist traurig.