Tanzende Eier

Zu Fronleichnam tanzen in Barcelona die Eier. Sie drehen sich im Wasserstrahl der Springbrunnen, wirbeln nach oben und unten. „L’ou com balla“ heißt der Brauch – „wie das Ei tanzt“. Woher er kommt, weiß eigentlich keiner so genau. Aber jedes Jahr um diese Zeit setzen die Barceloner ein Ei auf antike Brunnen der Stadt, die außerdem prachtvoll mit Blumen geschmückt sind.

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Seit 1637 besteht die Tradition und sie ist wohl weltweit einzigartig. Damals wurden noch echte Eier verwendet – ob hartgekocht oder roh, weiß heute keiner mehr. Denn seit vielen Jahren tanzen Eier aus Plastik oder Styropor auf den Brunnen. So einfach und doch so kurios. Einige interpretieren den Brauch als Zeichen des Kreislaufs des Lebens, andere sehen darin den Lauf der Zeit und ein Zeichen der Bewegung, wieder andere meinen, dass es einfach eine Idee zur Unterhaltung im Mittelalter war, denn damals gab es noch keine Fernseher.

Und wirklich: Minutenlang kann man vor den Brunnen verweilen, dem Ei immer wieder beim Auf- und Absteigen zusehen, die Blumen außen herum bewundern und beim Plätschern des Wassers die Gedanken schweifen lassen. Vor allem Kinder staunen mit großen Augen über „l’ou com balla“.

In insgesamt 15 Innenhöfen können Besucher von Fronleichnam bis zum darauf folgenden Sonntag das Spektakel bewundern. Unter anderem im Kreuzgang der Kathedrale, in der Casa de l’Ardiaca, Museum Marès, Palau del Lloctinent, Reial Acadèmia de Bones Lletres und im Kloster Pedralbes tanzen die Eier. Im Rahmen der „Festivitat del Corpus Christi“ (Fronleichnam) sind dort auch überall die Türen und Tore geöffnet, sodass man die Eier gratis sehen kann. Außerdem finden in den nächsten Tagen einige traditionelle Veranstaltungen mit katalanischen Tänzen, Straßenumzügen und den Riesenfiguren „gigantes“ statt.