Was bleibt von der Schwimm-WM

Medaillen hin oder her, abgesehen von Schwimm-Stars und Weltrekorden – was bleibt Barcelona von den Schwimm-Weltmeisterschaften 2013 im eigenen Hause? Woran werden sich die Bewohner in Zukunft erinnern? Der Preis für die unvergesslichsten Momente 2013 geht an…

Klippenspringen im Port Vell!

Klippenspringen Port Vell BarcelonaUnangefochten die meiste Aufmerksamkeit zogen die Klippenspringer und Springerinnen im Port Vell auf sich. Aus 27 Metern Höhe und mit einer Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h stürzten sie sich in die Bucht des alten Hafens. Nein, sie stürzten nicht, sie demonstrierten im Flug Anmut, Stärke und Kreativität. Tausende Zuschauer drängten sich an den drei Sprungtagen des „High Diving“ auf der anderen Seite an der Hafenpromenade. Gespanntes Schweigen, wenn sich ein Springer bereit machte. Drei Sekunden Luft anhalten während des Sprungs. Nur das Klicken der Kameras zu hören. Und ein Raunen beim Eintauchen.

Zuschauer beim Klippenspringen

Danach lautstarker Jubel, Diskussionen über den Sprung und Beruhigung für Kinder und Omas: Der Springer taucht wieder auf, es gibt auch Rettungsboote, und Bestnoten für die Saltos und Schrauben. Es war ein feiner Zug der Stadt Barcelona, den Sprungturm an einer so prominenten Stelle aufzubauen und Zuschauern freien Eintritt zu den Schattenplätzen unter den Palmen zu gewähren. Vor allem den Sportlern und Sportlerinnen ist es allerdings zu verdanken, dass diese Momente für immer in Erinnerung bleiben werden. Dafür gibt es eindeutig die Goldmedaille!

Wasserball der Frauen!

Wasserball WM 2013 BarcelonaNoch vor zwei Wochen hätte mit dem Namen Laura Ester niemand etwas anfangen können. Seit Freitag ist sie nun aber der absolute Publikumsliebling dieser Schwimm-WM. Die Torwärtin der spanischen Wasserballmannschaft hat sich den Respekt und Jubel von Fans und Presse redlich verdient. Schließlich hielt sie im Finale gegen Australien einen Strafwurf und parierte auch ansonsten tadellos zahlreiche Torchancen. Am Ende sind Laura Ester und ihr Team stolze Gewinner der einzigen Goldmedaille für die Spanier bei dieser WM und haben mit ihrer Leistung diesen Wassersport wiederbelebt. Plötzlich ist Wasserball in aller Munde und selbst die ganz Kleinen können die Regeln erklären. Denn am darauf folgenden Samstag entschieden sich bei bewölktem Wetter einige Familien spontan dazu, die Endspiele der Männer live im Stadion anzuschauen. Für das Finale der Herren und das letzte Spiel der Spanier waren die Tickets bereits ausverkauft, sodass einige Fans im Eingangsbereich über hundert Euro dafür boten, noch eine Karte zu bekommen. Für die Wiederbelebung der Begeisterung für Wasserball verleihen wir die Silbermedaille!

Pfiffe bei der spanischen Hymne!

Das geht ja nicht gegen die Sportler, sondern gegen die spanische Hymne. Im Endeffekt hörte es sich allerdings so an, als würden die Spanier ihre eigene Mannschaft auspfeifen. Genau genommen waren es allerdings die Katalanen, die traditionell ein Pfeiffkonzert anstimmen, sobald die spanische Nationalhymne erklingt. So drücken sie bei öffentlichen Ereignissen ihren Wunsch der Unabhängigkeit aus – sie sind Katalanen, keine Spanier. Besonders sportlich ist das nicht, aber es wird dennoch in Erinnerung bleiben. Daher der dritte Platz für die Pfeiffkonzerte.